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concrescere

Jahr

2022 –2023

Titel

lat. concrescere „sich verdichten", aus lat. con– „zusammen" und lat. crescere „wachsen"

Technik

Die Arbeiten entstehen in einer Mischtechnik aus primärfarbenen Tuschen und, mit Acryl geklebtem Seidenpapier.

„Dem Auge das Äußerste zeigen, heißt, der Fantasie die Flügel binden" (Lessing)

Geraten auf der Oberfläche der Leinwand zwei Farbfelder aneinander, definieren sie eine Linie, die nie gezeichnet wurde, die aber dennoch etwas Bezeichnendes hat: Sie erinnert an den Horizont und bewirkt diesseits der zweidimensionalen Leinwand die Vorstellung von Raum und sogar Landschaft. Ein erzählerischer Moment also der ausgerechnet in der Verneinung der Darstellung liegt.

Von der Farbfeldmalerei herkommend, ist dies das Scheitern beim Versuch des Rückzugs in die Selbstreflexion der Farbe und die Unmöglichkeit der Zuordnung zur Konkreten Malerei.

Vom Ursprung her meint das Konkrete jedoch einen Prozess. Für mich in diesem Zusammenhang den des „zusammenwachsen" eines Spektrums von Einfachheit und Vielschichtigkeit, von Reduktion auf einfachste Mittel und größtmögliche Auffächerung, von gestischer Manier und konzeptionellem Überbau, von Aktion und Reaktion auf das Eigenleben der Farbe, das ich zugleich entfessele und bändige. Ein Zusammenwachsen, in dem als Konsequenz eine Synthese von Beidem möglich, von Einsicht und Aussicht.

Einerseits die Einsicht, dem Erkennen, dem „finden wollen" Rechnung zu tragen. Andererseits die Aussicht auf eine Idee, die „gefunden", erkundet werden will, da sie jenseits der oberflächlichen Sichtweise geborgen ist. Diese Idee heißt Farbe.

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